Wikingerschach

Wikingerschach
 

Wikingerschach, auch Kubb genannt, ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Besonders in Schweden ist das Spiel besonders begehrt. Trotzdem hält sich die verbreitete Meinung, dass es wohl einfach eine Art ist, Schach zu spielen, wenn Personen das erste Mal etwas davon hören. Dabei ist es ein komplett anderes Spiel, bei dem mehrere Personen in Teams gegeneinander antreten und bei dem vor allem Geschicklichkeit gefragt ist und auch ein wenig Glück. Wir wollen aufklären, woher der Name kommt, wollen euch die Geschichte vom Wikingerschach bzw. Kubb näher bringen und geben euch hilfreiche Tipps und Anweisungen, wie ihr das gegnerische Team am besten besiegt.

Kommen wir erst einmal zu den Basics beim Wikinger Schach. Hier treten zwei Teams gegeneinander an, die versuchen, den gegnerischen König mit sogenannten Holzwürfeln umzuwerfen. Dabei müssen aber beide Teams, welche aus 1-6 Spielern bestehen können, zuerst alle Kubbs umwerfen können, bevor sie den König „angreifen“ dürfen. Ja, ihr habt richtig gelesen: Kubbs. Aus diesem Grund hat sich der Begriff Wikinger Schach ein wenig verloren und das Spiel wird meistens als Kubb bezeichnet.

Spielvorbereitung

Wikingerschach FeldBevor das Spiel losgehen kann, müssen erst einmal zwei Teams gebildet werden. Orientiert euch am Wurfgeschick der Mitspieler, damit es zwei faire Teams gibt. Sorgt auch dafür, dass ihr genügend Platz habt, um Wikingerschach zu spielen. Zu oft ist es schon passiert, dass ein Kubb oder ein Wurfholz gegen ein Auto oder anderen wertvollen Gegenstand geprallt ist. Das Spielfeld für Wikingerschach beträgt im normalen Fall 5 x 8 Meter. Das Feld wird dabei mit den beiliegenden Begrenzungsstäben abgesteckt. Wollt ihr eine Herausforderung, könnt ihr das Spielfeld auch nach Belieben vergrößern. Oftmals wird hier 8 x 10 Meter gewählt, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

Neben genug Platz benötigt ihr aber auch die passende Spielfläche. Sand, Kies und Rasen eignen sich besonders gut für Wikingerschach. Hohes Gras und Stein ist nicht zu empfehlen, da die Kubbs oftmals von alleine umfallen bzw. die Wurfhölzer bei steinigem Untergrund sich sehr schnell abnutzen. Stellt sicher, dass die Kubbs nicht von alleine umfallen, aber immer noch durch eine Berührung umfallen, damit ein fairer Spielbetrieb gewährleistet ist.

Wikingerschach RegelnNun, da fast alle Vorbereitungen getätigt sind, geht es an das Aufstellen der Kubbs. Diese werden an der oberen bzw. unteren Seite der Spielfläche in gleichmäßigen Abstand aufgestellt – also an der kürzeren Seite des Spielfeldes. Eine normale Partie Wikingerschach besteht aus 10 Kubbs, 6 Wurfhölzern und ein König. Jedes Team erhält 5 Kubbs, welche wie eben erklärt, aufgestellt werden. Die Wurfhölzer werden noch nicht ausgeteilt, der König wird exakt in der Mitte des Spielfeldes platziert. Anschließend muss nur noch gelost werden, welches Team anfängt. Es kann auch ausgezählt oder ein Probewurf getätigt werden, bei dem das Team anfängt, dessen Wurfholz sich näher am König befindet.

Spielverlauf

Das Team, welches anfangen darf, erhält alle sechs Wurfhölzer. Diese werden unter den Teammitgliedern aufgeteilt, sodass jedes Teammitglied mindestens ein Wurfholz besitzt.

Wurftechnik

Im normalen Spielbetrieb ist es üblich, dass beim Werfen der Handrücken nach oben zeigt, das Wurfholz im unteren Bereich angefasst wird und nicht rotieren darf. Kurz gesagt: Es wird nach der Länge geworfen, nicht horizontal. Außerdem wird von unten her geworfen, sodass man mit Kraft und Geschicklichkeit bestimmen kann, wohin das Wurfholz fliegt. Wer ein wenig erfahrener ist und Abwechslung in das Spiel bringen kann, kann jederzeit andere Regeln zur Wurftechnik aufstellen. Ob rotierend, von oben oder sogar rückwärts, der Kreativität ist beim Wikingerschach keinerlei Grenzen gesetzt.

Spielregeln

Wikingerschach VariantenBeide Teams müssen versuchen, alle Basiskubbs – also die auf der Grundlinie – umzuwerfen und anschließend den König zu treffen. Zuerst beginnt Team A und wirft alle sechs Wurfhölzer auf die Kubbs an der Grundlinie. Werden diese von Team A getroffen, werden diese anschließend zu Feldkubbs. Ist Team A fertig, sammelt Team B alle Wurfhölzer und umgefallenen Kubbs ein. Nun muss Team B versuchen, die Kubbs in die Hälfte von Team A zu werfen. Dabei hat Team B pro Kubb zwei Versuche. Die Kubbs müssen von Team A dort aufgestellt werden, wo sie liegen bleiben. Schafft es Team B nicht, einen oder mehrere Kubbs ins Feld zu werfen, darf Team A bestimmen, wo diese in ihrer eigenen Hälfte platziert werden. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die Kubbs einen fairen Abstand zu dem König und den Kubbs an der Grundlinie haben.

Die Kubbs, welche Team A umgeworfen hat und von Team B nun in das Feld von Team A geworfen wurden, nennen sich Feldkubbs. Team B muss erst alle umwerfen, ehe sie die Kubbs auf der Grundlinie von Team A umwerfen dürfen. Fällt trotzdem ein normaler Kubb, wird dieser aufgestellt. Trifft Team B einen Feldkubb, wird dieser aus dem Spiel entfernt. Werden alle Feldkubbs getroffen und anschließend oder in den folgenden Runden ein normaler Kubb, muss nun Team A diesen Kubb in das Feld von Team B werfen und hat die Aufgabe, den Feldkubb zu treffen, ehe es an die anderen geht.

WikingerschachDie Teams dürfen, solange sich in ihrem Feld ein Feldkubb vom gegnerischen Team befindet, bis zu diesem Feldkubb vortreten und werfen. Befinden sich mehrere Feldkubbs z. B. im Feld von Team A, dürfen zum Feldkubb vortreten, der sich am nächsten zum König befindet. Die Teams müssen also entscheiden, ob sie die Feldkubbs lieber weiter nach hinten werfen, um den gegnerischen Team keinen Wurfvorteil zu bieten oder diese möglichst nahe an die Mittellinie geworfen werden, um diese schnell aus dem Spiel zu nehmen, indem sie in der nächsten Runde abgeworfen werden. Es muss sich immer ein Spielzug dazwischen befinden, ehe ein Team zum Feldkubb vortreten darf.

Beispiel: Team A trifft 2 Kubbs von Team B. Team B wirft diese in das Feld von Team A. Nun muss Team B versuchen, erst die beiden Feldkubbs aus dem Feld zu räumen. Schafft es Team B nicht, darf nun Team A bis zum Feldkubb vortreten, der am nächsten beim König steht.

Spielende

Das Team, welche alle Feldkubbs und alle Kubbs an der Grundlinie umgeworfen hat und anschließend den König trifft – dieser darf nur von der Grundlinie aus umgeworfen werden – gewinnt das Spiel. Trifft ein Team im Spielverlauf unabsichtlich den König, geht das Spiel automatisch für das betreffende Team verloren.

Zwar scheinen die Regeln beim erstmaligen Spielen kompliziert, aber beim Spielen merkt man erst, wie unkompliziert das Spiel eigentlich ist und wie viel Spaß es macht. Unser Tipp: Kauft es euch und seht selbst, dass dieses simple Spiel zu jeder Jahreszeit perfekte Unterhaltung bietet und in jeder erdenklichen Situation gespielt werden kann.

Tipps

Für eine perfekte Runde Wikingerschach, benötigen die Teams eine gute Fläche und ein gutes Set. Wir empfehlen auf Rasen zu spielen, bei dem das Gras frisch gemäht wurde. Die Kubbs besitzen dort eine gute Stabilität und das Set wird durch das Werfen nicht abgenutzt. Auf anderen Flächen kann es passieren, dass das Set sich stark abnutzt oder kleine Stücke herausbrechen, die im schlimmsten Fall einen Teilnehmer verletzen. Auch sollte das Spielfeld eine Mindestgröße von 5 x 8 Meter haben. Je größer, desto schwieriger wird das Spiel, aber desto mehr Zuschauer können zuschauen und die Spieler haben auch mehr Platz, um zu werfen und sich zu bewegen.

Sets

Es gibt viele verschiedene Sets. Die Preisspanne liegt bei unserem Partner Amazon meist zwischen 15 und 50 Euro und der beliebteste Hersteller lautet hier Carromco. Während die billigen Sets aus Nadelholz gefertigt sind, werden die teuren Sets wie zum Beispiel die von Carromco aus Gummibaum gefertigt. Wer Wikingerschach ausprobieren will, kann ruhig zu einem günstigen Set greifen, sollte aber darauf achten, dass es nicht aus Nadelholz, sondern aus Laubholz gefertigt wurde. Diese sind zwar minimal teurer, halten aber auch einiges mehr aus. Für Spieler die oft spielen und wo das Set ständig in Gebrauch ist, empfiehlt sich definitiv ein teures Set aus Gummibaum. Hat das Set eine Lasur, wird es dementsprechend noch mehr geschützt und ist noch robuster, als ein Set ohne Lasur.

Wikingerschach selber bauen

Für Heimwerker und geschickte Handwerker gibt es eine Anleitung um sein eigenes Wikingerschach-Set zu fertigen. Falls ihr euch zum selber bauen entschließt, darf auf keinen Fall vergessen werden, dass 10 Kubbs, 6 Wurfhölzer, 4 Begrenzungsstäbchen und 1 König zum Spielen benötigt wird.

Spielvarianten

Beim Wikingerschach haben die Teams vollkommene Freiheit in der Spielgestaltung. Es können z. B. weniger Kubbs benutzt werden, um die Spieldauer zu verringern. Alternativ können die Basiskubbs auch gleich aus dem Spiel genommen werden, ohne dass sie zu Feldkubbs werden. Das macht das Spiel schneller und einfacher. Auch für den letzten Wurf gibt es viele Varianten. Eine beliebte Variante ist, wenn der finale Wurf um den König nur rückwärts stattfinden darf, also durch die Beine. Das erhöht der Schwierigkeitsgrad – und in den meisten Fällen auch den Spaßfaktor.

Kubbs-Sets gibt es außerdem in verschiedenen Größen. Auch farbige Sets gibt es, bei denen die Spieler leichter unterscheiden können, welcher Kubb zu welchem Team gehört. Achtet darauf, aus was für einem Material die Kubbs gefertigt sind. Nadelholz ist zwar das günstigste Material, splittert aber schnell. Laubholz ist für Einsteiger gut geeignet, da die Sets robust sind und trotzdem noch günstig im Preis. Für Profis oder Erfahrene Spieler eignen sich die Sets aus Gummibaum am Besten.

Kubb Veranstaltungen

Jedes Jahr in Rone auf der schwedischen Insel Gotland, finden die Kubb Weltmeisterschaften statt. Hier treten Teams gegeneinander an und machen den Besten der Besten unter sich aus. Knapp 200 Teams kommen jedes Jahr zusammen und im Jahr 2013 gab es sogar einen deutschen Sieger. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, weshalb jedes Team nach Gotland reisen kann, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.

Wikingerschach - BasispaketAuch eine Europameisterschaft wird jedes Jahr durchgeführt. Diese findet in Berlin statt und wird von dem deutschen Wikingerschach-Team „Gipfelstürmer“ organisiert. Auch hier gibt es keine Einschränkungen. Teams ab drei Spieler dürfen sich für die Europameisterschaft anmelden.

Auch eine Deutsche Meisterschaft gibt es. Diese wird zwar erst seit 2012 so genannt, wird aber jedes Jahr ebenfalls in Berlin ausgetragen. Zudem finden jedes Jahr immer mehr Landesmeisterschaften in den dazugehörigen Bundesländern statt. Wikingerschach wird immer beliebter, in ganz Europa gibt es landesinterne Turnier, bei denen die besten „Kubber“ gefunden werden.

Die Geschichte von Kubb

Wikinger Schach hat eine lange Geschichte, die sich bis nach Ägypten ausbreitet. In einer ca. 5000 Jahre  alten Grabkammer wurde ein Holzspiel gefunden, dass 10 Blöcke, 6 Hölzer und einen großen Block umfasste. Somit gehen fast alle Experten davon aus, dass schon die alten Ägypter sich mit Wikinger Schach bzw. Kubb vergnügt haben.

Woher der Name stammt, ist nicht so richtig klar. Fakt ist, dass auch die alten Wikinger das Spiel auf ihren Reisen gespielt haben, aber wieso genau das Spiel diesen Namen bekommen hat und sich bis heute durchsetzt, wissen wir nicht. Dabei wäre Wikingerschach auf keinen Fall so populär wie heute, wenn eine Gruppe Gotländer im Jahr 1995 nicht die erste Weltmeisterschaft ins Leben gerufen hätte. Diese Weltmeisterschaft fachte das Interesse in ganz Europa an und bis heute steigen die Spielerzahlen des Wikingerschachs massiv an. Wir sind gespannt, wie sich Wikingerschach noch entwickelt und wie viele Turniere in den nächsten Jahren ausgetragen werden.

Unter diesem Link werden jeden Tag alle Veranstaltungen eingetragen. Wer also Interesse hat, an einem Turnier teilzunehmen oder zuzuschauen, kann sich gerne informieren, ob in der Nähe in naher Zukunft ein Turnier stattfindet.

Mölkky

Wikingerschach aus BirkenholzEine spannende Alternative ist Mölkky. Anders als Wikinger Schach hat das Spiel seine Wurzeln in Finnland. Dennoch lassen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten ausmachen. Alle Teilnehmer müssen Geschicklichkeit vorweisen und außerdem zielgenau sein, um das Spiel erfolgreich abschließen zu können.

Beim Mölkky wird versucht, mit einem Wurfholz zwölf verschiedene Spielhölzer umzuwerfen. Dabei ist jedes Wurfholz mit einer Zahl gekennzeichnet, also von 1 – 12. Zwar kann Mölkky mit mehreren Spielern gespielt werden, empfehlenswert ist aber eine Spielerzahl zwischen drei und sechs.

Mölkky wird im Freien gespielt. Die Hölzer werden wie in obiger Abbildung aufgestellt. Fällt nur ein Holz, erhält der Spieler die Punktzahl, die oben auf dem Holz vermerkt ist. Fallen mehrere Hölzer, erhält der Spieler die Punktzahl, anhand der Anzahl an gefallenen Hölzer. Fällt kein Spielholz, wird ein Fehlwurf beim Spieler vermerkt. Erreicht ein Spieler drei Fehlwürfe, scheidet er automatisch aus. Ein Spielholz zählt nur als gefallen, wenn das Holz frei auf dem Boden liegt, also sich kein anderes Holz darunter befindet. Hat ein Spieler seinen Wurf getätigt, werden die Hölzer wieder da aufgerichtet, wo sie gefallen sind.

Der Spieler, der als Erstes exakt 50 Punkte erreicht, gewinnt das Spiel. Schafft es ein Spieler mehr als 50 Punkte zu erzielen, werden die Punkte automatisch wieder auf 25 verringert. Anders als beim Wikingerschach gibt es keine Regeln zur Wurftechnik. Die Wurflinie sollte sich jedoch ca. 3-4 Meter entfernt zu den Spielhölzern befinden.

Leave a Reply